Max Beckmann

Max Beckmann vermischte in seinem letzten Grafikzyklus Tag und Traum das Reale mit dem Imaginären, indem er autobiografische Elemente aus seinem holländischen Exil, biblische und mythologische Erzählungen sowie Szenen sexueller Konflikte durch seine Vision der Welt als Zirkus oder Theater filterte. Selbstvergessene Liebende tanzen, während die Figur Krieg schlummert und jeden Moment zu erwachen droht. Demagogen erheben sich. Kinder weigern sich, ihre Suppe zu essen. Beckmann griff hier Themen auf, die er im Laufe seiner Karriere erforscht hatte, und suggerierte damit, dass sich nichts ändert und alles wiederkehrt. Beckmann stellt sich selbst in der gesamten Mappe dar, er erscheint als eine Figur, die alles gesehen und erlebt hat. Auf dem letzten Bild steht er als Pontius Pilatus dem gekreuzigten Jesus gegenüber. Nach einem weiteren Weltkrieg hatte Beckmann wenig Hoffnung auf Rettung – für sich selbst und für die Menschheit. 1946 beauftragte der New Yorker Galerist Curt Valentin Beckmann mit der Anfertigung einer Mappe von Grafiken für den amerikanischen Markt. Valentin, ein deutscher Auswanderer und Unterstützer von Künstlern, die von den Nazis verfolgt wurden, überließ die Wahl des Themas und des Mediums dem Künstler. Beckmann, der seit 1942 keine Druckgrafik mehr angefertigt hatte, reagierte begeistert auf das Angebot und schrieb an Valentin, dass er „vor Ideen nur so wimmelt““. Die daraus resultierende Mappe mit fünfzehn Lithografien, die ursprünglich den Titel Zeit-Bewegung trugen, fasst ein Leben lang seine künstlerischen Themen zusammen. (Quelle Modern Art Museum NYC) Blattgröße ca. 37 : 37,5 cm Verlag der Marées Gesellschaft, R. Piper & Co., München 1922 rechts unten mit dem Trockenstempel „

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