In der Ausstellung Intermezzo im Kunstraum Portus begegnen sich mit Ulrich Brauchle und Dietrich Klinge zwei künstlerische Positionen, die in ihrer Grundauffassung eng miteinander verbunden sind.
Beide eint ein Verständnis von Kunst, das sich nicht über stilistische Setzungen oder zeitgenössische Zuschreibungen definiert, sondern über die eigens bewusste Einbindung in einen größeren kunsthistorischen Zusammenhang. Ihre Arbeiten begreifen sich als Teil einer fortlaufenden Entwicklung – als Beiträge innerhalb einer gewachsenen Tradition, die weitergedacht und fortgeschrieben wird.
In der Ausstellung begegnen sich unterschiedliche Medien: Brauchles Zeichnungen und Malereien treten in Beziehung zu Klinges Skulpturen. Brauchle arbeitet zwischen figurativer Zeichnung und abstrakter Malerei, in denen sich Formen prozesshaft entwickeln und oft in offenen Zuständen verbleiben. Klinges Figuren entstehen aus dem Fragment heraus und erscheinen als Verdichtungen von Körperlichkeit, die nie vollständig geschlossen sind, sondern Spuren von Brüchen, Auslassungen und Übergängen bewahren.
Ergänzt durch kunsthistorische Elemente entsteht ein vielschichtiger Zusammenhang, in dem sich die Werke nicht isoliert behaupten, sondern aufeinander und über sich hinaus verweisen. Der Titel Intermezzo bezieht sich auf diesen bewusst gesetzten Zwischenzustand: ein temporärer Einschnitt, der den Raum neu erfahrbar macht und den Blick auf Übergänge und Kontinuitäten lenkt.
Was sich entfaltet, ist kein abgeschlossener Ausstellungszusammenhang, sondern ein Moment des Innehaltens – ein Zusammenschwingen unterschiedlicher Zeiten, Materialien und künstlerischem Ausdruck, wodurch die Idee von Zeitlosigkeit konkret erfahrbar wird.