Kopf - Harry Meyer
Harry Meyers Malerei spielt mit unserer Imagination und fördert nebenbei die Grenzen unseres Gesichtssinns zutage. Was wir aus der Distanz für ausgemacht halten: Augen, Ohren, Mund und Nase etwa, löst sich, je mehr wir uns der Leinwand nähern, im Wirbel des Pinselduktus auf, verflüchtigt sich im Mahlstrom der Farben zum Flecken, zur Linie, zum Punkt, bis alles rein Bewegung, Farbe und Form ist und sonst nichts. Erst wenn man sich wieder entfernt, setzen Bewegung, Farbe und Form das in ihnen angelegte Bild wieder frei.
Textauszug: Martin Schneider, Darmstadt.



Es scheint, als vereinen sich in den Köpfen Realität, Erinnerung und Traum zu Bildern, die ebenso flüchtig wie greifbar sind. Obwohl fast nie ein Augenpaar oder Mund sichtbar ist, wirken die Köpfe alles andere als stumm, oder gar leblos. Im Gegenteil – je verschlossener sie sind – und das ist das Faszinierende an den Werken – desto rätselhafter erscheinen sie, und desto stärker sind wir versucht, ihren Ausdruck und das, was sich hinter ihnen verbirgt, zu ergründen. Mit seinen oftmals zu Serien gruppierten Kopfbildern hat Harry Meyer sich ein Versuchsfeld mit unendlichen Variationsmöglichkeiten geschaffen, in dem sich malerisches Experiment und tief empfundene Menschlichkeit begegnen. Meyer gelingt es hier einmal mehr, unter die Oberfläche der vermeintlichen Wirklichkeit zu dringen und in drastischer Weise das sichtbar zu machen, was gewöhnlich hinter einer Maskerade verborgen bleibt.
Textauszug: Dr. Nils Ohlsen

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