Im Zentrum von Helge Leibergs plastischem Werk steht der menschliche Körper – nicht als statische Form, sondern als Träger von Bewegung, Spannung und Ausdruck. Seine Figuren sind schlank, überlängt und oftmals bis an die Grenze des körperlich Möglichen geführt. Sie schreiten, strecken sich, balancieren, öffnen sich dem Raum oder scheinen für einen kurzen Augenblick in einer Bewegung innezuhalten. Gerade aus diesem Wechselspiel von Stabilität und Gefährdung, Kraft und Leichtigkeit entsteht die besondere Präsenz seiner Skulpturen.
Die Skulptur Diagonal von 2017 setzt der Vertikalität eine bewusst schräge Bewegungsachse entgegen. Die Figur lehnt sich weit aus ihrer sicheren Mitte heraus und streckt einen Arm in den Raum. Leiberg macht das Gleichgewicht damit unmittelbar zum Thema. Der Körper befindet sich scheinbar in jenem kurzen Augenblick zwischen sicherem Stand und möglichem Fallen. Gerade diese instabile Haltung erzeugt jedoch keine Schwere, sondern eine bemerkenswerte Leichtigkeit – als könnte die Bewegung im nächsten Moment einfach weitergehen.